Ape, Beck und Brinkmann




Lieder auf der CD Erinnerungen an die Zukunft (1993)

Track 01 - Rauchzeichen - 3:28 - 1980

Wenn ihr den letzten Baum zerstört, dem letzten Fluss die Klarheit nehmt,
dem letzten Leben abgekehrt, der letzte Vogel nicht mehr singt.

Werdet ihr erst dann einsehen, daß ihr euer schönes Geld auf der Bank nicht essen könnt,
welch Menge ihr auch nennt.

Wenn ihr den letzten Fisch gefangen, die letzte Erde aufgeteilt,
die letzte Bombe hochgegangen, die letzten Ernten sind verseucht.

Die letzte Mutter Kinder liebt, der letzte Mensch durch Folter stirbt,
der letzte Gott den Segen gibt, der letzte Hitler für sich wirbt.

Werdet ihr erst dann einsehen, daß ihr euer schönes Geld auf der Bank nicht essen könnt,
welch Menge ihr auch nennt.

Das letzte Meer voll Abfall ist, die letzte Erde ausgehöhlt,
der letzte Tanker langsam bricht, das letzte Paradies zerstört.

Der letzte Mensch nicht weiter siegt, das letzte Hochhaus hoch genug,
die letzte Lüge weit, weit dringt, die letzte Blume fault im Wind.

Werdet ihr erst dann einsehen, daß ihr euer schönes Geld auf der Bank nicht essen könnt,
welch Menge ihr auch nennt.



Track 02 - Regenbogenland - 4:10 - 1982

Gleichmäßig hämmern die Maschinen
und das Schiff kommt gut voran.

Unser Weg führt zu Ruinen
vor Schmerzen brüllt der Ozean.
Auch wenn das Schiff ein alter Kahn ist,
und im Getriebe nur noch Sand.
Führt uns ein Traum zu unseren Zielen,
der Traum vom Regenbogenland.
Wo die Meere fast ertrinken
in Säuren oder anderem Müll.
Und Gifte in den Himmel stinken
sind diese Wunden unser Ziel.
Solange Geld die Welt beherrscht hat,
durch Industrie und Kriegesruhm.
War eine halbe Welt noch nie satt,
die andere Hälfte bringt sie um.
An dieser Schwelle zum Atomtod,
was ist noch unser Leben wert?
Wenn Wahnsinn längst schon ganz normal ist,
und sich kaum einer daran stört.

So sind wir doch ein Stück Geschichte
und das Lachen fällt uns schwer.
Doch sollten unsere Kinder wissen,
da gab es eine Gegenwehr!



Track 3 - Global 2001 - 3:26 - 1982

Gestern fällt's mir plötzlich ein
wie anders wird die Zukunft sein
wenn niemand mehr den Quatsch, die Hetze mitmacht.
Wir treten einfach nicht mehr an
was stört uns euer Stundenplan
wir machen blau bis das die Schule dichtmacht.

Soldaten bei der Bundeswehr
Sehen auch den Sinn nicht mehr.
Sie sagen jetzt: Ihr könnt uns alle lecken.
Und schreit so'n Hanswurst bis ihm rot
Die Birne anläuft, Atemnot
Dreh'n sie sich um und recken sich in Betten.

Die Stechkartengesellschaft bricht zusammen,
weil zur Morgenschicht kommt keiner
mehr weil's einfach noch zu früh ist.
In Ruhe Kaffee, Brötchen essen,
Tageszeitung nicht vergessen.
Beine hoch; merkst wie du langsam Mensch wirst.

Und niemand guckt mehr Tageschau,
weiß ja jeder ganz genau:
Der Köpke redet jeden Tag das gleiche.
Bis das der Kopf ein Viereck ist,
am Ende glaubt man noch den Mist.
Ab heute fährt der Zug ne andre Weiche.

Chemiefabriken steh'n am Rhein
und leiten jetzt kein Gift mehr ein.
Di Arbeiter sind alle noch zu Hause.
Bald sitzen sie am Rhein zu viert,
und warten bis er sauber wird,
spielen Skat und trinken sich ne Brause.

Die Krankenhäuser werden leer,
kein Stress heißt keine Krankheit mehr.
Die Leute zählen Vögel in den Wäldern. [Eins, zwei, drei]
Jeder macht nur was er wirklich braucht
Und keine Arbeit, die ihn schlaucht.
Computer werden nichts mehr melden.

Die Luft wird langsam rein und klar,
in Flüssen wieder Fische da.
Da freu'n sich alle Leute, dass sie leben.
So manchen treff' ich unterm Baum,
der hatte wohl den gleichen Traum.
Na gut, dann lasst uns alles dafür geben.



Track 04 - Auf der Flucht erschossen - 3:07 - 1982

Schütt' noch einmal Kaffee ein,
bald ist es Zeit zu geh'n.
Reich' noch mal den Tabak her,
jedes Wort fällt mir jetzt schwer,
wenn wir uns in die Augen seh'n.

Pedro sitzt mir gegenüber,
sein Blick geht durch die Wand.
Beim letzten Angriff der Soldaten,
haben sie seine Brüder verbrannt.

Maria hält die Knarre fest,
in den Armen wie ein Kind.
Summt Wiegenlieder für die Kinder,
die längst verhungert sind.

Gonzales ist erst sechzehn,
hat 'grad den ersten Bart.
Der Hunger brachte ihn zu uns,
die Armut machte ihn hart.

Filipo, unser Ältester,
hat Guevara noch geseh'n.
Die Folter brach seinen Willen nicht,
in den Augen kannst du es seh'n.

Carlos aus den Bergen,
wurde noch nie satt.
Als sie seinen Vater holten,
kam er zu uns in die Stadt.

Seit einem Jahr ist Rita hier,
aus Deutschland kam sie her.
Zu Hause hielt sie's nicht mehr aus,
leere Worte gegen ein Gewehr.

Francesco, früher Doktor,
mit Bart und weißem Hemd.
War lange Zeit legal und saß
bis zum Putsch im Parlament.

Anna läuft im Raum umher,
als ob sie etwas sucht.
In der Zeitung war ihr Freund zu seh'n,
erschossen auf der Flucht.

Schütt' noch einmal Kaffee ein,
bald ist es Zeit zu geh'n.
Und reiche mir jetzt mein Gewehr,
ich glaube, es wird dies mal schwer.
Ich will euch alle lebend wieder seh'n.

Das war gestern, das ist heute,
das gibt es morgen auch.
Zehntausend Kilometer weiter
sitzen wir, die Wut im Bauch.
Mit Tränen in den Augen,
und seh'n uns noch mal an.
In der Zeitung war ein Bild zu seh'n,
das man nicht vergessen kann.

Schütt' noch einmal Kaffee ein,
bald ist es Zeit zu geh'n.
Reich' noch mal den Tabak her,
jedes Wort fällt mir jetzt schwer,
wenn wir uns in die Augen seh'n.
Schütt' noch einmal Kaffee ein,
bald ist es Zeit zu geh'n.



Track 05 - Startbahn - 4:26 - 1982

Von toten Bäumen tropft Benzin,
schillernd wie ein Regenbogen.
Und es riecht nach Kerosin
In der Luft und aus dem Boden.

Meilenweit streckt sich Beton
Bis zur Grenze jener Schneise
Doch wer sieht das Elend schon
Auf seiner Spanienreise.

B52-Bomber stehen
Auf dem Rollfeld gegenüber.
Die Sonne scheint grad so schön
Auf diese Todesbringenden Flieger.

Und die Nächte sind taghell
Wenn diese Riesenvögel starten.
Man verwechselt sie schnell
Mit Bombenlärm und Handgranaten.

Alle zwei Minuten Start -
Mutter Erde scheint zu zittern
Und Polizisten blicken hart
Wie Beute für die Knüppel wittern

Als dann die letzte Krähe flieht
Mit ihr der Wald als Lebensträger
Verrostet langsam dieses Lied
In Legenden wilder Jäger.



Track 06 - Endlich ein Liebeslied - 4:06 - 1982

Schon lange wollt ich dir mal ein Liebeslied schreiben,
doch meine Gedanken passten einfach nicht in Zeilen.
So lebte ich mit dir und schrieb sehr viele Lieder.
Die ganze Welt war Thema, so schrieb ich immer wieder
von Träumen, wie es besser sei, und Umweltkatastrophen;
zitierte Polizisten, Henker, Richter, Philosophen.
Doch fehlte irgendwie dieses letzte eine Lied
Mit dem ich einfach sage: Mensch, ich hab dich lieb !

Was nützt den alles Weinen, unser Schreien, unser Klagen,
Wenn wir das, was wir zwar meinen, doch vor lauter Angst nicht sagen.
Jedes nicht gesagte Wort, jene Eiszeit der Gefühle,
Nimmt uns nur die Kraft für uns're Träume, uns're Ziele.

Wir dachten auch vielleicht, wir könnten das nicht gut;
Liebeslieder singen, wo bleibt da unsere Wut.
Und wir überließen dieser Schwachsinnsindustrie,
Gefühle zu beschreiben. Dabei konnten die das nie.

Mit einem Klumpen Langeweile, schnell einen Haufen Geld.
Hundert mal Ich liebe Dich und eine heile Welt.
So haben wir uns selbst schon lang daran gewöhnt,
daß aus unseren Liedern so wenig Wärme strömt.

Was nützt den alles Weinen, unser Schreien, unser Klagen,
Wenn wir das, was wir zwar meinen, doch vor lauter Angst nicht sagen.
Jedes nicht gesagte Wort, jene Eiszeit der Gefühle,
Nimmt uns nur die Kraft für uns're Träume, uns're Ziele.

Ich halte deine Hand, und will darüber singen,
und mit diesem Lied dir ein Blumenfeld bringen.
Ich liebe deine Augen und deine großen Zeh'n.
Jetzt kann ich's dir ja sagen: es ist unendlich schön.



Track 07 - Lauf - 3:07 - 1984

Lebe jeden Tag,
als sei's zum letzten Mal.
Spür' den Wind im Haar,
an einem Wasserfall.
Setz' dich ganz still,
hör' was er sagen will - Lauf.

Such den Weg zum Meer,
betrachte eine Stein,
kletter' auf den Baum,
pflanz' einen Apfelkern,
setz' dich an den Strand,
hol' dir 'nen Sonnenbrand - Lauf.

Verlieb' dich heute mal,
in irgendwas, egal.
Oder in irgendwen,
heute wird's geh'n.
Sing' bei den Vögeln mit,
vielleicht wein Liebeslied ? - Lauf.

Lebe jeden Tag,
als sei'st du morgen tot.
Freu' dich grade dann
Auf's neue Morgenrot.
Und wenn es Winter wird,
wo man vor Wonne friert - Lauf.
Heut' ist der erste Tag von deinem Lebensrest.
Der endlich so gelebt,
der dich ans Steuer läßt.
Laß' die Sonne frei,
stell' die Uhren neu - Lauf.

Lebe jeden Tag,
Als sei es morgen Schluß.
Höre auf dein Herz,
und bitte eine Fluß
um Entschuldigung
für die Entwürdigung - Lauf.

Geh' durch den Wald
Am besten heute Nacht
Hör' wie die Stille halt
Und wie ein Käuzchen lacht
Über den Mückenstich
Und keiner ärgert sich - lauf.

Lebe jeden Tag,
als sei'st du morgen tot.
Freu' dich grade dann
Auf's neue Morgenrot.
Und wenn es Winter wird,
wo man vor Wonne friert - Lauf.
Heut' ist der erste Tag von deinem Lebensrest.
Der endlich so gelebt,
der dich ans Steuer läßt.
Laß' die Sonne frei,
stell' die Uhren neu - Lauf.

Heut' ist der erste Tag von deinem Lebensrest.
Der endlich so gelebt,
der dich ans Steuer läßt.
Laß' die Sonne frei,
stell' die Uhren neu - Lauf.



Track 08 - Tanz in den Müll - 3:03 - 1984

Es gibt eine Grenze die noch keiner kennt
vor jeder größeren Stadt
die Fortschritt und Steinzeit sauber trennt
die Zukunft und die Gegenwart.
Hier hat die Geschichte und längst überholt
und nistet im eigenen Dreck.
An dieser Grenze wird nichts mehr verzollt
dorthin gibt es auch keinen Weg.

Hier lebt schon lange und unerkannt
eine völlig neue Rasse im Müll.
Irgendwann lebte sie an unserem Rand
dann wurde es um sie still.
Sie erkannte als erste die Mülldeponie
als sichersten Ort der Welt.
Irgendwie war klar, darauf schießen die nie.
Vielleicht war es auch die Flucht vor dem Geld

Sie bauten sich Höhlen im Luxusstil
und satt wurden sie allemal.
Alles im Überfluss von allem zuviel
hatten sie die Qual der Wahl.
Da waren zwar Probleme mit Säuren und Gift
doch wurden alle langsam resistent.
Und was das politische Leben betrifft
so gab es auch kein Parlament.

Keine Kriege, keine Reichen, kein Hunger, keine Gericht
vergessen im Grab der alten Welt.
Sas natürlich ökologische Gleichgewicht
wurde immer wieder hergestellt.
Der Schuttabladeplatz als letztes Paradies
und hier überlebt wohl der Rest
im Müll den die alte Welt hinterließ
feiern sie täglich ein Fest.



Track 09 - Die Träumer sind die ersten - 3:36 - 1984

Die Klugen werden leise,
Die Dummen werden schrei'n.
Die Alten werden weise,
und die Jungen älter sein.

Die Frauen werden stärker,
die Männer werden weich.
Die Reichen werden frieren,
und die Armen werden gleich.

Die Phantasie wird tanzen,
das Starre wird zerstört.
Giganten werden Zwerge,
und die Zauberer verehrt.
 
Die Satten werden fasten,
der Hunger wird geteilt.
Die Langsamen getragen,
und der Eilige verweilt.

Die Träumer sind die ersten,
die Kalten sind besiegt.
Das Kleinere wird wichtig,
und das Große unterliegt.

Die Phantasie wird tanzen,
das Starre wird zerstört.
Giganten werden Zwerge,
und die Zauberer verehrt.

Die Zärtlichen gewinnen,
die Harten müssen geh'n.
Die Schwätzer werden sprachlos,
und die Ruhigen versteh'n.

Die Träumer sind die ersten.



Track 10 - Trotzdem weiter - 1984

Es gibt schon tausend Lieder,
und es ist nur eines mehr.
Ich will nicht vom Frieden singen,
denn dann hört wohl keiner her
Unser Land starrt von Raketen,
voll von Gift, Haß und Beton.
Atomkraftwerke droh'n,
und es fliegt uns die Zeit davon.

Und trotzdem weiter,
nicht resignier'n.
Das Gras sprengt den Beton,
wir werden nicht verlier'n.

Computer und Karteien,
erfassen uns bald überall.
Milliarden leiden Hunger,
und sie schießen den Weizen ins All.
So viele mörderische Kriege
und ich blicke das nicht mehr.
Alle faseln sie vom Frieden,
und bomben Länder menschenleer.

Und trotzdem weiter,
nicht resignier'n.
Das Gras sprengt den Beton,
wir werden nicht verlier'n.

Und trotzdem weiter,
nicht resignier'n.
Das Gras sprengt den Beton,
wir werden nicht verlier'n.

Es zerreist fast unsere Herzen,
was die machen mit der Welt,
im Namen ihres Fortschritts.
Dabei geht's doch nur um Geld.
Und wenn sie morgen planen,
uns're Sonne zu zerstören,
bauen wir uns eine neue.
Die werden von uns hören.

Und trotzdem weiter,
nicht resignier'n.
Das Gras sprengt den Beton,
wir werden nicht verlier'n.



Track 11 - Gedanken unter dem Eis - 2:19 - 1984

Ich kann mich wieder freu'n,
über Knospen an den Bäumen,
über Meisen in den Hecken,
die die Wege säumen.
Wenn im Frühling erste Blumen,
Ihre Farbe streu'n.

Ich freu' mich auf die Sonne
die meine Haut berührt.
Wenn man nach heißen Tagen
einen kühlen Regen spürt.
Und noch über den Wäldern
ein Bussardpäarchen schreit.
Bin ich es der sich freut, wieder freut.

Ich freu' mich auf die Gräser,
die sich im Winde wiegen
Wenn wir bei Vogelstimmen,
die wir raten, richtig liegen.
Und schon an Blättern seh'n,
welcher Baum das ist.
Das hab' ich oft vermisst, so vermisst.

Ich freu' mich auf die Stunden
im Gartenrestaurant.
Und auf das Fahrradfahren
zu irgendeinem Strand.
Die Nächte voller Wärme
und guter Musik.
Ich freue mich auf jeden Augenblick.




Track 12 - Eine Spur zuviel Salz - 3:41 - 1986

Spuren auf Bildern
vergilbt an der Wand.
Mal traurig, mal zärtlich,
mal träumend am Strand.
Deine Haut und dein Lächeln,
deine Spur Ironie -
Spurenelemente meiner Spur Poesie.

Eine Spur zuviel Salz,
zu viele Träume in mir.
Zu viele Autobahnspur'n,
doch immer noch keine Spur von Dir.

Bilder von Spuren,
schon so lange her.
Mal wütend und trotzig
und mal tränenschwer.
Dein Haar, deine Augen,
deine Spur von Magie -
Spurenelemente meiner Spur Phantasie.

Eine Spur zuviel Salz,
zu viele Träume in mir.
Zu viele Autobahnspur'n,
doch immer noch keine Spur von Dir.

Eine Spur zuviel Salz,
zu viele Träume in mir.
Zu viele Autobahnspur'n,
doch immer noch keine Spur von Dir.

Spuren auf Bildern
vergilbt an der Wand.
Mal traurig, mal zärtlich,
mal träumend am Strand.

Eine Spur zuviel Salz,
zu viele Träume in mir.
Zu viele Autobahnspur'n,
doch immer noch keine Spur von Dir.

Eine Spur zuviel Salz,
zu viele Träume in mir.
Zu viele Autobahnspur'n,
doch immer noch keine Spur von Dir.

Eine Spur zuviel Salz...



Track 13 - Ruhiger - doch nicht still - 3:08 - 1986

Ruhiger - doch nicht still.
Leiser, auch wenn man schreit.
Lauter, ganz ohne Lärm,
und Sommer, auch wenn es schneit.

Weiter, wenn man steht.
Und bleiben, wenn man geht.
Pflanzen am letzten Tag,
und ernten, da wo man gab.

Siegen, wenn man verliert,
und träumen, auch wenn man friert.
Lernen, da wo man zeigt,
und reden, wenn man schweigt.

Tanzen, allein im Wind.
Ziele, die kleiner sind.
Spüren, was leicht zerbricht,
und Sonne auf dem Gesicht.

Ruhiger - doch nicht still.
Leiser, auch wenn man schreit.
Lauter, ganz ohne Lärm,
und Sommer, auch wenn es schneit.

Tanzen, allein im Wind.
Ziele, die kleiner sind.
Spüren, was leicht zerbricht,
und Sonne auf dem Gesicht.



Track 14 - Sonne wie ein Clown - 4:01 - 1986

Arbeitszeit - schreit die Sirene.
Ich komme wieder mal zu spät
an die alte Drehmaschine,
wo mit seiner Taschenuhr der Meister steht.
 
Nacharbeiten - sagt mein Meister,
deine Bummelantenzeit.
Und wärest du mein eigner Sohn,
gnade Gott, es tät' dir leid.

An der Stanze die Kollegen
unterhalten sich über die Frau'n.
Auf das Dach knallt laut der Regen,
Ach, könnte ich mir eine Sonne bau'n.

Eine Sonne, die unter die Haut geht
wie die Stimme von Bob Dylan, etwas rauh.
Eine Sonne, die nur Fröhlichkeit sät
wie ein Clown.

Mittagszeit - schreit die Sirene.
Ich fange an mein Butterbrot zu kau'n.
Mein Meister schimpft auf seine Zähne,
ach, könnte ich auch ihm 'ne Sonne bau'n.

Eine Sonne, die unter die Haut geht
wie die Stimme von Bob Dylan, etwas rauh.
Eine Sonne, die nur Fröhlichkeit sät
wie ein Clown.

Würdest du nach Feierabend mit mir ausgeh'n ?
frag ich ich die Schönste von den Küchenfrau'n.
Bei dem Regen ? Sagt sie. Danke.
Ach, könnte ich auch ihr 'ne Sonne bau'n.
 
Eine Sonne, die unter die Haut geht
wie die Stimme von Bob Dylan, etwas rauh.
Eine Sonne, die nur Fröhlichkeit sät
wie ein Clown.



Track 15 - Als sei alles normal - 3:22 - 1986

Es ist Krieg in Libanon
Und Afghanistan
Es ist Krieg in Chile, im Iran
Krieg in Nicaragua
Und in Salvador
Und sicher brennt irgendwo der Ozean.

Namen aus der Ferne,
und doch gleich nebenan.
Und der Krieg der Sterne
steht jetzt an.

Verbissen kämpft das Militär,
noch immer um die Welt.
Ist sicher auf dem Weg zum großen Sieg.
Erfolg ist Krieg, egal wofür,
auch wenn ein Land zerfällt.
Dann trifft man sich,
und schwätzt ein wenig wie's so weiter geht.
Und welche Freiheit dafür g'radesteht.

Manchmal könnt' ich wirklich schrei'n.
Und manchmal staun' ich nur.
Manchmal denke ich, ich bin verrückt.
Manchmal wunder' ich mich auch,
daß bei dem ganzen Stuss
mir mal richtig was im Leben glückt.
Manchmal sag' ich gar nichts mehr
Denn, wenn ich ehrlich bin
Geht's mir in all dem Elend richtig gut.

Irgendetwas bohrt in mir
Das sei alles normal
Und hält mich grade noch im Gleichgewicht.

Und bin doch Teil des Planes
auf dem Weg zum großen Knall.
Doch treff' ich mich und schwatz'
ein wenig, wie's so weitergeht.
Und freue mich dabei noch, daß ich leb'.

Wie kommt es, daß ich lebe
als sei alles normal ?
Entrüste mich vielleicht ein wenig mehr.

Und bin doch Teil des Planes
auf dem Weg zum großen Knall.
Doch treff' ich mich und schwatz'
ein wenig, wie's so weitergeht.
Und freue mich dabei noch, daß ich leb'.



Track 16 - Es sind die Kinder - 3:34 - 1986

Im Bombenfeuer brennt die Erde
Und explodiert am Tag drei mal
Damit sie ja gerettet werde
Vor Terrorismus und Verfall.
Dann schütteln sich die Präsidenten
Vor lauter Frieden noch die Hand
Und über allen Kontinenten
Schwebt längst ein tödlicher Trabant
Und Hunger heißt nicht Magenknurren
Heißt qualvoll sterben, Apathie
Erst ausgerottet sucht man Spuren
Und hinterher ein Alibi
Die wirklich Satten werden fetter
Die sich nur mit Neurosen quälen
Das Unwohlsein liegt nur am Wetter
Sonst gibt es nichts mehr zu erzählen
Vor unseren Augen sterben Bäume
Verzweifelt kämpft man um den Rest
In unser'n Herzen sterben Träume
Und halten doch den letzten fest
Es sind die Kinder, wenn sie lachen
Wenn sie von ihrer Welt erzähl'n
Von Raumschiffen mit Zauberdrachen
Und tausend Träumen, die noch fehl'n.



Track 17 - Rettet die Wale - 5:57 - 1980/1988

Sie mal draußen auf dem Meer
Die schöne Insel da
So schwarz und glatt der Boden
Nein, sie bewegt sich ja
Zwei Augen schau'n aus dem Wasser
Groß und trauervoll
Ich glaub', ich seh' eine Träne
Und der Körper ist voll
Mit dickem schweren Teer, er dringt in die Haut
Diesem Tier hilft wohl nichts mehr
Und sein Klagen ist laut

Und klagt kilometerweit,
man hört es bis zum Land.
Und die Menschen fotografieren
den toten Wal am Strand.

Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Und wirf' dich zwischen die Harpunen -
und rettet die Wale
(Regenbogenschiff, rettet die Wale erreich' dein Ziel.)
Und rettet die Wale
(Regenbogenschiff, rettet die Wale, erreich' dein Ziel.)

Es ist neblig draußen auf dem Meer
Und sie sind ziemlich nah.
Die Riesenmörderschiffe jagen wieder den Wal
Die Harpune schussbereit
Wartet bis er bläst.
Die wenn sie Atemholen, keine Chance mehr läßt.
Doch sie trafen eine Mutter
Und das Junge ist allein.
Verirrt nun im weiten Meer.
Und beginnt hilflos zu schrei'n.

Und klagt kilometerweit.
Man hört es bis zum Land.
Und die Menschen fotografieren
Den toten Wal am Strand.

Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Und wirf' dich zwischen die Harpunen -
und rettet die Wale
(Regenbogenschiff, rettet die Wale, erreich' dein Ziel.)
Und rettet die Wale
(Regenbogenschiff, rettet die Wale, erreich' dein Ziel.)

Und als man nur noch ein paar hundert
von diesen Riesen fand
wurden viele Menschen wach
und sie liefen zum Strand
und sehen wie die Riesentiere
auf das Land zu schwimmen
Und keine Macht der Welt
Kann den Wal zur Umkehr zwingen
So liegen nun die letzten Riesen
Nebeneinander am Strand
Hilflos lief der letzte Freund der Wale,
der keinen Ausweg mehr fand

Und der klagt kilometerweit,
man hört es bis zum Meer
doch kein Wal kam ihm zu helfen
denn es gab keine mehr.

Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.
Regenbogenschiff, erreich' dein Ziel.

(ooooh)

Und wirf' dich zwischen die Harpunen -
und rettet die Wale
(Regenbogenschiff, rettet die Wale, erreich' dein Ziel.)
Und rettet die Wale
(Regenbogenschiff, rettet die Wale, erreich' dein Ziel.)



Track 18 - Das letzte Paradies - 2:26 - 1982/1988

Das letzte Stückchen weißer Strand
ist jetzt mit schwarzem Öl bedeckt.
Wo ich noch gestern Muscheln fand
ist überall der Sand verdreckt.
Wo einst die Dünen endeten
und ich in meinen Träumen lag.
Da liegen heute tote Vögel.
Erstickt im Öl seit diesem Tag.
Und auch die Wellen bringen nicht
die Gischt, den weißen Meeresschaum.
Das einz'ge Strandgut schwarzes Öl.
Auch die Erinnerung hilft kaum.
Nur manchmal steht ein Fischer da
am Strand, und schaut aufs weite Meer.
Seit jenem Tag, als es geschah
blieben seine Netze leer.
Zerbrochen liegt das Wrack im Meer
wie du es durch den Nebel siehst.
Und damit brach ein Traum entzwei -
der Traum vom letzten Paradies.



Track 19 - Tanz in den Müll II - 3:52 - 1988

So könnte der Tanz hier zu Ende sein
doch leider ist er es nicht.
Es zieht jetzt langsam ein Unwohlsein
das Lachen aus unser'm Gesicht.
Und aus tiefer Bewußtlosigkeit
befreit sich alptraumhaft
ein Schatten aus längst verdrängter Zeit.
Eine unheimliche Kraft.

Es stinkt und es raucht, es ist grauenvoll
Und man sieht jetzt ein Gesicht
Eins, daß man besser nicht sehen soll
Nur vergessen, kann man es nicht
Zuerst sieht es aus wie von einem Clown
Der grinsend Purzelbäume schlägt
Um Sekunden später seinen Augen nicht zu trau'n
Wenn man sieht, was sich da bewegt
Milliarden dunkler Leiber, alles kriecht und fließt
Was Verstand und Sinne verwirrt
Ein Berg, der sich scheinbar selbst auffrisst
Und dabei immer größer wird
Aus den tiefen des Mülls kommt ein dumpfes Dröhnen
das an die Schmerzgrenze geht.
Wo Augenblicke später in den schrillsten Tönen
ein hämisches Lachen herweht.
Ein Ort voller Spannung und lähmender Angst
von schrecklicher Faszination.
Wo die Grenze zwischen Wahnsinn und Verstand
sich löst aus ihrer Funktion.
Schon kommen die ersten Fremden heran
Von Seuchen und Hunger bedroht.
Und der Clown malt sie alle mit etwas an
das schlimmer, ist als der Tod.
Im Müll den die Alte Welt hinterließ,
feiern sie täglich ein Fest.
Keiner hält es auf, und noch keiner bewies,
daß sich nichts beweisen läßt.
So ruht alle Hoffnung auf Widerstand
in dem Glauben der Kinder der Welt.
Sie haben die Träume, den Mut und Verstand,
und die Phantasie, die uns fehlt.



Track 20 - Sekunde Ewigkeit - 4:15 - 1988

Da steht der Aufsichtsrat der Welt
und weint am Grabesrand
das Spiel ist aus und abgestellt
die Täter unbekannt
denn Herren ist es sichtlich peinlich
so ein Bankrott
und ängstlich fragt sich jeder heimlich
wer sagt's dem lieben Gott
der mischt irgendwo im All
die Karten neu
nichts als eine Sekunde Ewigkeit vorbei
Am Ende der Galaxis steht
ein kleines Gästehaus
wenn mal wieder eine Welt untergeht
ist hier der Leichenschmaus
dann diskutiert man Fehler
untersucht
mit der Zeit wird man fideler
und verbucht den Irrtum Erde
streicht sich aus der Kartei
nichts als eine Sekunde Ewigkeit vorbei

Zum Schluß sind alle blau und es macht sich
schlechte Stimmung breit
so eine Katzenjammerschau mit Tendenz
zum Selbstmitleid
das nächste Mal wird's besser
das wär' nicht schwer
etwas runder vielleicht, kleine Inseln
und noch mehr Meer
dann verteil'n sie die Planeten völlig neu
nichts als eine Sekunde Ewigkeit vorbei


Alle Rechte bei Pläne Records und / oder Ape, Beck & Brinkmann.

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Millionen Träume frei

Was sind schon die Hitparaden
gegen einen Flügelschlag
was ist unser Bundeskanzler
gegen einen Sommertag
Was ist schon ein Heimcomputer
gegen eine Sonnenuhr
was ist schon ein Girokonto
gegen nichts, nur richtig pur

Was sind schon Ikeamöbel
gegen warmen, weichen Wind
und verbrannte Kupplungsscheiben
wenn wir angekommen sind

Regen, Hage, Wirbelstürme
alles wird mit dir zum Fest
trägst im Herz Millionen Träume
und im Kopf den ganzen Rest

Was ist schon ein Videocenter
gegen einen Sonnenbrand
und Dosenmilch in Instantkaffee
gegen Wolken, Meer und Strand

Was sind Aspirintabletten
liegt man tief im Heidekraut
und weichgespülte Polohemden
gegen gar nichts auf der Haut

Was ist schon ein Fast Food Service
liegt man unterm Apfelbaum
statt der Duddelei im Radio
spiel'n wir unser'n eig'nen Traum

Regen, Hagel, Wirbelstürme
alles wird mit dir zum Fest
trägst im Herz Millionen Träume
und im Kopf den ganzen Rest.



Hätt' ja sein können

Vielleicht sollte ich ja wieder öfter Lotto spielen
vielleicht hab ich ja wirklich einmal Glück
vielleicht sollte ich auch nicht so sehr nach Reichtum schielen
doch ein Häuschen auf Ibiza wär schon schick
Vielleicht sollte ich mal gucken wie die Aktien stehen
vielleicht kauf ich dann am Ende eine auf
vielleicht geht die in die Höhe wie'ne Mondrakete
und ich krieg ein paar Mark wenn ich verkauf

Aber schmieren um die Wette
oder betteln für die Knette
will ich nicht
oder kratzen für'nen Wandschrank
für die Zinsen der Kreditbank
lieber nicht
und den Rest setz ich alles auf rot
hätt' ja sein können

Vielleicht sollte ich ja mal irgendwann studieren
vielleicht was mit Computern, irgendwo
vielleicht bin ich ja auch zu blöd so'n Teil zu programmieren
und Computer mag ich sowieso nicht so

Vielleicht sollte ich mich endlich mal dem Wähler stellen
vielleicht komme ich ja in den Bundestag
vielleicht mit dickem Bauch nur noch die Kohlen zählen
doch dann gibt es wieder keine die mich mag

Vielleicht sollte ich ja in die weite Welt rausgehen
vielleicht weil's früher so in Märchen stand
vielleicht nach eines Königs schöner Tochter sehen
und bin es dann bald selber in dem Land

Aber schmieren um die Wette
oder betteln für die Knette
will ich nicht
oder kratzen für'nen Wandschrank
für die Zinsen der Kreditbank
lieber nicht
und den Rest setz ich alles auf rot
hätt' ja sein können